Freitag, 25. August 2017

Wahre (Schmuck) Liebe oder trügerischer Glanz?

Diamant wird in die Fassung eines Fingerrings gesetzt
(C) Amoonic

Nach dem Post "Ringlein, Ringlein Du musst wandern" wollte ich mehr über Echtschmuck erfahren und einen weiteren Post schreiben. Und vor allem habe ich nach einem Geschenk für... Sie wissen schon... gesucht.
Wenn es um Echtschmuck geht, dann sind wir rasch bei den Themen Umwelt und Arbeitsbedingungen. Es reicht, ein paar Stichworte zu nennen: Blutdiamanten,  Zerstörung der Umwelt durch Einsatz agressiver Chemikalien (z.B. Zyanid, Quecksilber), Ausbeutung einschließlich Kinderarbeit, Finanzierung von Kriegen.

Labels in der Schmuckindustrie?

Die bekannten Schmuckproduzenten sprechen auf ihren Webseiten über Verantwortung und Nachhaltigkeit, aber ist das irgendwie überprüfbar? Im Post Naturkosmetik habe ich über das "Problem" der zahlreichen, aber eher verwirrenden Labels für Naturkosmetik gesprochen. Die Schmuckindustrie trippelt dagegen so vor sich hin... Das heißt, es gibt Ansätze. Aber, anders als im Bereich Naturkosmetik, wird nach der Herkunft z.B. des Goldes kaum gefragt. Dabei gibt es Labels: 

Faires Gold ist Recycling Gold, welches in den Scheideanstalten bereinigt wird und dann, beispielsweise, für neue Schmuckstücke zur Verfügung steht. Auch bei anderen Schmuckrohstoffen wie Silber oder Metallen der Platingruppe wird auf Recycling gesetzt.

Faires Gold ist neben Recycling-Gold auch Gold aus zertifiziertem Abbau. Dieses Label erhalten Minen, die mit verschiedenen Organisationen (wie Fairtrade, Alliance for Responsible Mining, Responsible Jewelery Council) kooperieren und menschenwürdige Arbeitsbedingungen zusichern.

Grünes Gold wird durch Auswaschen aus Flüssen (übrigens auch in Europa) gewonnen. Die Ausbeute ist aber sehr gering.

Recycling-Gold - reines Gewissen?

Die Schmuckhersteller wissen natürlich um die Probleme der Gewinnung. Sie setzen weitestgehend auf Recycling-Gold. Ja, richtig, auch dieses Gold lag mal in der Erde und musste abgebaut werden, was die Umwelt und Gesundheit der Minenarbeiter belastete. Bisher wurden über die Jahrhunderte rund 160.000 Tonnen Gold gefördert. Viel Blut und Leid klebt am Sekundär-Gold aus der düsteren Vergangenheit und der Gegenwart. Die Vergangenheit lässt sich nicht ungeschehen machen. Aber, es entstand ein Rohstoffkreislauf, der dazu beiträgt, dass zumindest die deutsche und österreichische Schmuckindustrie den Bedarf an Primärgold nicht befeuert.

Und es wäre theoretisch gar kein Abbau mehr notwenig, da der Bedarf der Welt aus Recycling-Gold befriedigt werden könnte, wenn da nicht die Nachfrage aus China und Indien ständig wachsen würde.

Schmuckhersteller Amoonic

Nachfolgende Empfehlung wurde nicht bestellt und nicht bezahlt. Mir gefällt das Angebot einfach...

Aber, welche Geschenk-Empfehlung kann ich zum Thema Echtschmuck geben? Bei Amoonic habe ich  letztendlich das "überraschend personalisierte Geschenk" gefunden. Dazu ein paar Zeilen weiter unten. Kurz zu Amoonic: der Schmuckhersteller - gegründet von Sabine Linz und Olga Dick im Jahr 2011 - erhielt den deutschen Gründerpreis 2017 in der Kategorie Aufsteiger. Das Unternehmen hat sich innerhalb weniger Jahre in der Schmuckindustrie durchgesetzt, die eigentlich eine Männerdomäne ist. Eine große Auswahl an fertigen Stücken finden Sie im Nürnberger Ladengeschäft und auf den großen Online-Portalen, z.B. hier*.

Aber, wie sieht es mit der Herkunft der Rohstoffe aus? Ich habe nach einer Information auf der Unternehmens-Webseite vergeblich gesucht. Auf meine email Anfrage erhielt ich rasch eine Antwort:

Amoonic arbeitet und produziert ausschließlich mit Sekundärgold (also Fairem Gold)...  Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber Natur und Mensch bewusst. Daher arbeiten wir von Anfang an mit namhaften Firmen zusammen, wie beispielsweise der Allgemeinen Gold- und Silberscheideanstalt in Pforzheim, die sich darauf spezialisiert hat, nur bedenkenlose Sekundärmaterialien zu verwenden.
Leider ist die Nachfrage nach fairem Gold noch sehr gering, obwohl der Preisunterschied sehr minimal ist. Umso mehr freut es uns natürlich, dass Sie gezielt danach fragen.
 

Der Amoonic-Clou: Echtschmuck personalisieren

Die Umsetzung des Amoonic-Personanlisierungskonzeptes "Do it yourself" hat mir sehr gut gefallen! Ich finde, das ist der eigentliche Clou - die Verbindung von Tradition, Handarbeit und den E-Commerce Möglichkeiten.

Und das geht auf der Amoonic* Webseite so: Sie wählen den Schmucktyp, also Kette, Ring, Ohrringe oder gehen zu "Anlass", wählen das Edelmetall, den Stein, seine Farbe, den Stil, Gravur usw. Zu jedem Schritt gibt es kurze Informationen zum Rohstoff, wo der Stein vorkommt, wie der Stein geschliffen usw. Es macht Spass - Sie sehen, was Sie designen! - und ratz-batz war ich bei EUR 2.000 ;-) War ja nur Spass... ;-)))). Das selbst entworfene gute Stück wird dann in einer ansprechenden Verpackung (auf den Fotos sieht das wirklich sehr edel aus) und versehen mit einem Echtheitszertifikat zur Kundschaft verschickt. 

Fazit: Ein Sprichwort sagt "Oft  pflegen im Gold viele Übel zu stecken." Was die Vergangenheit angeht...wir können sie nicht ändern. Echtschmuck wird hierzulande häufig nicht wegen des Materialwertes gekauft oder wie in meinem Fall trotz "Nichtgefallens" aufbewahrt. Für kleine Echtschmuck-Geschenke gibt es viele Anlässe: Geburtstage, Weihnachten, Schwieger/muttertag u.a. Ich meine:  weniger ist mehr ... denn schlichte Stücke passen zum T-Shirt, zur Jeans, zur Bluse, zum kleinen Schwarzen - ja eigentlich zu allem. Und dann dazu ein jugendliches Lächeln...


Mit diesem Geschenk klappt das auch mit der Schwiegermutter!

*= Affiliate Links
Auch dieser Post wurde nicht bestellt und nicht bezahlt. Aber, er enthält Affililate-Links zu Online-Shops. Für Sie ändert sich nichts, auch nicht am Preis. Es kann passieren, dass ich ein paar Cent bekomme. Ich werde eisern bis zum 80ten sparen und dann...vielleicht eine Party oder Weltreise oder...

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