Samstag, 14. Oktober 2017

Blogparade: Die schönen Seiten des Älterwerdens

(c) rietsch

Ines Meyrose rief auf, doch mal über die schönen Seiten des Älterwerdens zu schreiben. Das Thema der Blogparade ist „hot“, denn ich frage mich gerade in letzter Zeit ziemlich oft: War es das und jetzt genießt Du nur noch egoistisch? Was kommt noch? Ist es gut, dass ich nicht alles vorher weiß?

Ich begann, diesen Beitrag zu schreiben. Aber, er gefiel mir gar nicht. Und, bei diesem Thema – so scheint es mir – liegt die Versuchung nahe, sich das alles ein bisschen schön zu reden und mit dem Fuß aufzustampfen: ICH bin doch noch nicht alt, alles läuft bestens, ICH bin noch da und ICH pack doch noch zu…
 
Vorweg: Das ist auch meine Einstellung! Aber die Uhr tickt! Wie wird das bei mir "dann" sein? Diese Gedanken lassen sich nicht mehr vom Tisch wischen. Gerade jetzt reibt mir das Fernsehen dies auch noch so richtig unter die Nase: erst der Film mit C.Hörbiger über den Suizid in der Schweiz, dann der komische, aber doch auch nachdenklich machende Film „Bis zum Horizont, dann links“, die Reportagen über Pflegeheime…

Nun habe ich meinen Post doch wieder aus dem digitalen Papierkorb geholt und hoffe, dass ich positiv zum Thema beitragen kann.
62 Ansichten


(c) rietsch


Schöne Seite 1: Ups, ich sammle Jahre – und finde das gar nicht mehr schrecklich 


Um so älter ich werde (bin Mitte 60), um so weniger schreckt mich die Zahl an sich. Zu meinem 30.Geburtstag habe ich zur Party das Zimmer in Schwarz ausgekleidet. Folie, Papier, Tücher - halt alles was ich so in Schwarz finden konnte. Ich fand es schrecklich, schon 30 zu sein. Schule, Studium, Arbeit, Hochzeit, Kind... die Weichen waren sozusagen gestellt. Was sollten da noch für Höhepunkte kommen? Und es passierte doch noch sehr viel Positives: der Mauerfall, neue berufliche Chancen und Erfolge, Enkelkinder, viele schöne Reisen usw. Die Zahl verlor ihren Schrecken, es kam und kommt immer noch was dazu...da ist sie noch, die Freude an der Zukunft. Das ist doch eigentlich eine schöne Seite des Älterwerdens, oder?

Schöne Seite 2: Und plötzlich habe ich Zeit – und 1.000 Dinge zu tun


Gut, um Zeit zu haben, muss man nicht unbedingt älter werden. Aber, ich hatte früher in der Regel das Gefühl, absolut keine Zeit zu haben. Ich war 38 Jahre berufstätig. Immer saß mir irgendwas im Nacken. Aber nun bin ich in Pension (in Österreich schon ab 60 für Frauen) und in ein paar Monaten kommt noch ein bisserl deutsche Rente dazu. Ich bin froh, dieses (eigene) Einkommen zu haben. Mir reicht es, ich muss keine Bäume mehr ausreißen und kann alles so angehen, wie es sich ergibt. Trotzdem ist jeder Tag irgendwie geplant, denn ich brauche (immer noch?) dieses positive Gefühl, etwas geschafft zu haben.

Ich bin auch froh, dass ich die 1.000 Dinge noch tun kann. Noch halten sich die körperlichen Einschränkungen in Grenzen. Mutter Natur hat es bisher gut mit mir gemeint. In Anlehnung an einen unbekannten Autor würde ich sagen: Mit 65 Jahren fühle ich mich wie früher - es strengt nur mehr an. Ich wünsche mir, dass der Kopf immer klar bleibt. Also füttere ich die grauen Zellen mit möglichst viel Neuem (Bloggen gehört auch dazu) abseits meiner bisherigen beruflichen Dinge. Die Zeit dazu habe ich ja. Zeit zu haben-  ist für mich eine sehr schöne Seite des Älterwerdens.

Schöne Seite 3: Ich schau in den Spiegel – und finde mich manchmal hübscher als …


;-))) Nun sagen Sie bloß nicht, dass Sie sich nicht hin und wieder vergleichen… mit Gleichaltrigen. Ja, ich mach das, gebe ich zu. In meinem Alter darf man das ;-))) Natürlich tut sich äußerlich viel bei mir. Was kann/soll ich mit knapp 65 erwarten…? Ich gebe auch ehrlich zu: vor diesen Veränderungen fürchtete ich mich "früher" sehr und ich weiß, das geht ja noch weiter, das hört ja nicht auf. Nein, ich laufe trotzdem nicht allen Anti-Aging Trends hinterher. Bewegung, Schlaf, geraucht habe ich nie, aber Wein trinke ich gern (im Weinland-Österreich geht das nicht anders), immer mal wieder ein neues Cremchen oder Serum und die Kilos habe ich einigermaßen im Griff… Schweren Herzens nehme ich die unvermeidbaren Veränderungen an. Ist das auch so etwas wie Gelassenheit? Na ja, graue Haare liegen ja derzeit absolut im Trend;-)

Mehr schöne Seiten - im Vergleich zu "früher" - kann ich für mich nicht erkennen. Ich glaube, es ist niemand wirklich gern alt, und doch will jedermann/frau gern alt werden. So auch ich. Es hat sich so viel in den 65 Jahren getan und ich bin neugierig auf das, was da noch an (hoffentlich) Positivem kommt. Viele technischen Dinge, die sicherlich kommen werden ... werde ich wohl leider nicht mehr erleben.

An der Bloggerparade beteiligten sich bisher:

Nachtrag vom 3.November 2017: Die Initiatorin der Blogparade hat eine sehr lesenswerte Zusammenfassung gepostet! Hier weiterlesen 

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Kommentare:

  1. Danke für Deinen Beitrag! Wo hast Du die Blogparade entdeckt?

    "die Freude an der Zukunft" ist ein schöner Aspekt. Ohne den geht nichts.

    Es will übrigens nicht jeder alt werden. Ich z.B. nicht. Wenn ich heute tot umfallen würde, wäre das völlig O.K.

    Liebe Grüße
    Ines

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  2. Tja, wo habe ich Deine Blogparade entdeckt? Wahrscheinlich bei Sabine, bei ihr schaue ich öfters vorbei. Tot umfallen wäre auch für mich OK, aber nicht jetzt! Viel später... die Löffelliste ist noch lang! LG Petra

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Vielen Dank für Ihren Kommentar! Er wird von mir rasch frei geschaltet.