Mittwoch, 29. November 2017

Immer wieder mittwochs kommen die Erinnerungen (6)

(c) privat
Früher hieß es in meiner Familie: Weihnachten ist ein Familienfest, das müssen wir zusammen feiern. Es ist ein Fest der Liebe und Geborgenheit. Dieses Verständnis hat sich fest in mir verankert. Mit meiner Schwiegertochter-Zeit ging dann die "Schlitterei" los.
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Ich fühlte mich regelrecht verpflichtet, für ein harmonisches Weihnachtsfest mit meinen Eltern und Schwiegereltern zu sorgen. Vor allem als die Kinder da waren.

Zum Weihnachtsfest  beide Großelternpaare (die in verschiedenen Städten wohnten) zufrieden zu stellen (sprich glücklich zu machen) war eigentlich unmöglich. Eine Lösung musste her und die hieß, wie Sie sich denken können: Weihnachten wird abwechselnd mal bei den Eltern und mal bei den Schwiegereltern verbracht. Und doch hat dann das gerade nicht besuchte Großelternpaar  lamentiert.  Ihre Erwartung war, dass wir - trotz Absprache - doch auch noch zu ihnen reisen mögen... und ich hatte ein schlechtes Gewissen, ihre Erwartung enttäuschen zu müssen.

Ich hätte damals gern auch mal Weihnachten gemütlich und allein - ohne Großelternpaare - in unserer kleinen Familie zuhause verbracht.

Die Weihnachtsfeiertage bei den Eltern oder Schwiegereltern waren oft schwierig. Es gibt einfach keine Besinnlichkeit auf Knopfdruck. Und, bestimmte Themen mußten gekonnt umschifft werden, sonst hätte es trotz des Weihnachtsfestes Streit und Enttäuschungen gegeben. Ich überlegte mir "Strategien", um mögliche unerfreuliche Diskussionen zu vermeiden. Dennoch mußte ich mich immer wieder zur Gelassenheit ermahnen.  Natürlich sind Eltern und Schwiegereltern auch zu Weihnachten noch die gleichen lieben Großeltern wie sonst auch, aber sie haben auch noch die gleichen "Marotten" wie sonst auch. Und ich auch.

Nun bin ich Schwiegermutter und Oma. Weihnachten ist für mich immer noch ein tolles Fest. Ich mag die vorweihnachtliche Zeit sehr mit all den Lichtern, Leckereien, Weihnachtsmärkten  usw.  Aber ich mag den weihnachtlichen Familientrubel mit all den Erwartungen nach Perfektion und familärer Eintracht nicht. Die Weihnachtsfeiertage sind für mich nicht mehr die Tage im Jahr, die die ganze Familie zusammenführen müssen. MM und ich schätzen ein geruhsames Fest zu zweit an einem schönen winterlichen Ort. Ohne Einkaufs- und Kochhektik. "Unseren" jungen Familien geht es offenbar genauso. Sie möchten sich vom stressigen Alltag erholen und mit den Kleinen ein "reisefreies" Fest erleben. Hektik auf den Flughäfen, ungewisse Wetterbedingungen usw.  - all das muss nicht sein. Daher hat die Familie gemeinsam einen Schnitt gemacht: wir haben uns alle lieb, aber wir treffen uns nicht unbedingt zu Weihnachten. Keine übergroße Erwartungen und keine Enttäuschungen.

Wie gehen Sie mit den weihnachtlichen Familientreffen um? Teilen Sie bitte mit mir Ihre Ansichten und Einsichten!  

Kommentare:

  1. Danke, Du hast mir aus dem Herzen gesprochen. Ich möchte auch nicht mehr diesen weihnachtsstress erfahren. LG, stille Leserin

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  2. Danke, offenbar ist das ein zu heisses Thema, es kommentiert niemand weiter. Ich wünsche Dir ein Frohes und geruhsames Fest, liebe stille Leserin!

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  3. Liebe Petra,

    früher, noch kinderlos und unverheiratet/"nur" als Paar (noch nicht in einer gemeinsamen Wohnung) zusammenlebend, haben wir Heilig Abend immer getrennt voneinander und dann bei den jeweils eigenen Eltern verbracht. 1. Feiertag dann bei den einen, 2. Feiertag bei den anderen "Schwieger"eltern. Als mein Mann und ich dann zusammenzogen, haben wir Heiligabend fortan mit der Familie meines Mannes immer bei uns verbracht. Den 1. Feiertag alleine zuhause und am 2. Feiertag zu meinen Eltern. Das hat sich über viele viele Jahre nun so eingebürgert. Aber nichts ist für die Ewigkeit, oder wie der Titel hier ja auch verräte "Im Wandel der Zeit"... Dieses Jahr fahren wir zum ersten Mal mit unserem inzwischen Teenager-Kind zu meinem Schwager samt Frau, die seit 1 Jahr nun Opa und Oma sind und sich wünschen, dass sie Weihnachten (Heiligabend) mit ihrem Enkelkind zuhause bei sich feiern dürfen. Mal gucken wie es wird, für uns ist das nach so vielen Jahren eine neue Erfahrung. Der 1. Tag bleibt aber unverändert frei für uns als Familie ohne Verpflichtungen und am 2. Feiertag gehts zu meiner Familie.

    Ich stell(t)e während des Schreibens dieses Kommentars fest, wie wichtig mir/uns seit vielen Jahren dieser freie 1. Feiertag ist. Wir genießen an diesem Tag so sehr unsere Ruhe, jeder puzzelt zuhause vor sich hin, keine Anrufe (oder wenn, dann gehe ich eher sogar nicht ran), keine Termine... Herrlich. Diese Rumgehetzte von einem zum anderen - schrecklich, in bin sehr froh, dass wir uns da schon vor Jahren durchgesetzt haben, auch wenn die Familien zunächst pikiert waren. Da halte ich es aber damit, dass die Probleme, die andere damit haben, deren Probleme sind und damit auch sie für die Lösung ihrer Probleme verantwortlich sind.

    So, jetzt habe ich aber ordentlichen kommentiert, will ich meinen. :-)

    Vorweihnachtliche Grüße und eine besinnliche Zeit ♥ Anni

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  4. Ja, liebe Anni, da hast Du "ordentlich" kommentiert:-))). Ich danke Dir herzlichst für Deinen ausführlichen Beitrag. Das ist ja so selten... Und mit Freude stelle ich Gemeinsamkeiten fest. Die "volle" Konzentration auf den einen Tag und der Stress drum herum lassen keine richtige Vorfreude aufkommen. Du hast die Reißleine offenbar schon viel eher gezogen;-). Ich wünsche Dir und Deiner Familie eine wunderbare Adventszeit und ein Frohes Fest - das ja heuer eine Premiere für Dich sein wird;-). Liebe Grüße, Petra

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